Schlafmedizin

Schlafmedizin im Kopfzentrum Sauerland

Schätzungen zufolge leiden in Deutschland mehr als 1,2 Millionen Menschen daran. Diese Unwissenheit führt dazu, dass ca. 80 Prozent der Menschen mit Schlafapnoe-Syndrom noch unerkannt sind. Um sich mit diesem Thema befassen zu können, möchten wir Ihnen erklären, was Schnarchen genau ist und wie es entsteht.

Die Luft kann frei passieren, kein Schnarchen Die Luft kann frei passieren, kein Schnarchen.
Der Luftstrom wird behindert, ein Schnarchen entsteht Der Luftstrom wird behindert, ein Schnarchen entsteht.

Das Geräusch des Schnarchens entsteht durch Vibrationen von Gaumensegel, Zungengrund oder sogar Rachenwänden und Kehldeckel, ausgelöst vom Luftstrom der Atmung. Die Muskulatur des Gaumensegels, des Rachens und der Zunge, die eigentlich für ein Offenhalten der oberen Atemwege verantwortlich ist, entspannen sich während des Schlafens und engen so den Rachenraum und damit den Atemweg ein.

5%

5%

Frauen im Alter von 30 Jahren

40%

40%

Frauen im Alter von 60 Jahren

10%

10%

Männer im Alter von 30 Jahren

60%

60%

Männer im Alter von 60 Jahren

Eine geringe Gewebespannung und Übergewicht können diese Vorgänge noch verstärken. Daher nimmt die Schnarchproblematik mit zunehmendem Alter erheblich zu. So schnarchen etwa 60% aller Männer und 40% aller Frauen über 60 Jahre. Bei den 30-jährigen sind es nur ca. 10% der Männer und 5% der Frauen.

Varianten des Schnarchens

Harmloses Schnarchen

Entsteht durch die oben erklärte Vibration von Gaumensegel und/oder Zungengrund. Ist an sich nicht weiter gefährlich, es sei denn der Schlafpartner ist allzu genervt!

Schlafapnoe-Syndrom

Ein völliger Verschluss der oberen Atemwege. Im Schlaf sinken die Halsweichteile wegen der nachlassenden Muskelspannung zurück, verschliessen die oberen Atemwege und es kommt zu Atempausen (Apnoen), die bis zu 600 mal pro Nacht auftreten und bis zu zwei Minuten andauern können.  Dieses Geschehen wird vom Betroffenen selbst nicht bemerkt. Da während der Apnoen die Sauerstoffkonzentration im Blut abfällt und das Gehirn zu wenig Sauerstoff erhält, leitet es eine unterbewusste Weckreaktion (Arousal) ein. Ohne das volle Bewusstsein zu erreichen, sinkt der Schlafende anschließend in die nächste Tiefschlafphase und der Kreislauf beginnt von neuem. Dies führt dazu, dass der Betroffene nicht erholsam schläft und am Tage, in monotonen Situationen, einzunicken droht.

Schlafstadien | Gesunder Schlaf mit Tiefschlaf | Ungesunder Schlaf ohne Tiefschlaf

Das kann, z.B. beim Führen von Maschinen, lebensbedrohlich werden. Auch die medizinischen Folgen der unbehandelten Schlafapnoe sind gravierend: 

  • Bluthochdruck, Herzrythmusstörungen, erhöhtes Herzinfarktrisiko
  • Erhöhtes Schlaganfallrisiko
  • Depression und Lustlosigkeit
  • Gestörte Sexualität

Ab einem Apnoe-Index von 20 (= 20 Atemaussetzer pro Stunde) sinkt die Lebenserwartung unbehandelter Patienten ab dem 50. Lebensjahr auf die Hälfte (Medizin Lexikon Nordhessen).

Wer also laut schnarcht und sich morgens unausgeschlafen fühlt, sollte eine Diagnose, z.B. von unserem Kooperationspartner Dr. Claus Unkel, Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde einholen. Dies ist durch eine ambulante nächtliche Schlafaufzeichnung leicht möglich.

Möglichkeiten der Therapie

CPAP Therapie – Behandlung mit Atemmaske

Die CPAP Therapie wird seit Jahren erfolgreich zur Behandlung von Atemstillständen während des Schlafs eingesetzt. Bei der CPAP (Continuous Positive Airway Pressure) Behandlung werden die Atemwege mit Hilfe einer Atemmaske durch leichten Überdruck pneumatisch geschient, so dass der Atemweg nicht kollabieren kann und Atemstillstände verhindert werden. Ein nicht unerheblicher Teil der Patienten kann sich jedoch nur schlecht an das Gerät gewöhnen und die Langzeitakzeptanz über Jahre sinkt unter 60 Prozent.

Intraorale Therapie – Behandlung mit Zahnschienen

Ruhestörendes Schnarchen und leicht- bis mittelgradige Schlafapnoe können mit Zahnschienen, ähnlich Aufbissspangen oder einem Sportlermundschutz, behandelt werden. Durch eine Unterkiefervorverlagerung werden Zunge und Gaumensegel während des Schlafes vorne, der Rachenraum (Pharynx) offengehalten und die schlaffen Rachenmuskeln werden stabilisiert.

Dadurch wird das Gehirn wieder ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Moderne individuell hergestellte Zweischienen-Systeme für Oberkiefer und Unterkiefer ermöglichen heute durch stufenlose Adjustierung eine optimale Atemwegsöffnung bei sehr hohem Tragekomfort.

Auch die Wirksamkeit dieser Therapieform wurde in zahlreichen wissenschaftlichen Studien nachgewiesen. Für einen optimalen Therapieerfolg lassen Sie sich gern bei uns individuell beraten.