Endodontie
ARNSBERG02932 - 32123 | Iserlohn02371 - 9 53 20 30
Endodontie
Wenn Karies erstmal bis zum Zahnmark vorgedrungen ist oder eine schon lange bestehende chronische Entzündung des Zahnmarks aktiv wird, geht dies häufig mit heftigen Zahnschmerzen einher. Je nach Zerstörungszustand des Zahnes kann eine Wurzelbehandlung zur Erhaltung des Zahnes sinnvoll sein. Die Langzeitprognose einer Wurzelbehandlung ist allerdings von vielen Faktoren abhängig:
Im Inneren der Zähne befindet sich ein Hohlraum, in dem sich die Pulpa (Zahnmark, umgangssprachlich auch auch “Zahnnerv”) befindet. Beim gesunden Zahn ist er durch Zahnschmelz (äußere Zahnschicht) und Dentin (mittlere Zahnschicht) vor Bakterien und anderen krankheitsverursachenden Reizen geschützt.
gesunder Zahn
Ausgedehnte Karies oder ein Unfall können die schützende Hartsubstanz zerstören. Die Mikroorganismen haben dann freien Zutritt ins Zahninnere und die Pulpa entzündet sich. Erste Anzeichen sind beispielsweise übermäßiges Heiß- oder Kalt-Empfinden. Bleibt die entzündete Pulpa weiterhin unbehandelt, stirbt sie ab und es ist mit massiven Zahnschmerzen zu rechnen. Die Entzündung dehnt sich auf das umgebende Gewebe aus und es können eitrige Gewebeeinschmelzungen (Abszesse) entstehen, die im Extremfall sogar lebensbedrohlich sein können.
Zahn mit Karies und Abszess an der Wurzelspitze
Es ist auch möglich, dass die Pulpa relativ beschwerdefrei abstirbt und eine chronische Entzündung entsteht. Diese kann häufig jahrelang schmerzfrei verlaufen, aber jederzeit in ein akutes Stadium übergehen. Dies geschieht zumeist dann, wenn das Immunsystem ohnehin auf Grund einer anderen Erkrankung geschwächt ist. Chronische Entzündungen müssen unbedingt therapiert werden. Anderenfalls können sie für Herzerkrankungen, Frühgeburten oder auch Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis verantwortlich werden.
Zahn mit entzündeter Pulpa und Zahnhalteapparat
Ziel jeglicher Therapie ist es, den kompletten Hohlraum im Zahninneren bis hin zur Zahnwurzelspitze vollständig von Abszessen und Bakterien zu befreien. Dazu wird zunächst ein Loch in den Zahn gebohrt, um den Hohlraum zu erreichen. Im Anschluss wird mit kleinen Nadeln die Zahnwurzel von innen her gesäubert. Im Inneren der Zahnwurzeln befindet sich ein sehr verzweigtes Netz von kleinsten Wurzelverästelungen. Mit Nadeln alleine lässt sich dieser Raum meist nicht vollständig erreichen. Deshalb werden zusätzlich antibakterielle Spüllösungen verwendet, mit denen eine Keimfreiheit im gesamten Wurzelkanalsystem erreicht werden soll.
offener Zahn mit aufbereiteten Wurzelkanälen
Alle Wurzelkanäle sollten vollständig bis zur Wurzelspitze aufbereitet werden. Hierzu wird mittels eines Röntgenbildes die Länge der Wurzelkanäle errechnet. Neuere Methoden, wie beispielsweise der Einsatz rotierender Nickel-Titan Instrumente, helfen, auch Zahnwurzeln mit komplexen anatomischen Strukturen wirkungsvoll zu reinigen. Der gereinigte und desinfizierte Hohlraum wird, meist beim nächsten Termin, mit einer Wurzelfüllung verschlossen. In der Zwischenzeit beruhigt ein antibakterielles Medikament die Restentzündung an der Wurzelspitze. Bei optimaler Therapie sind durch diese Behandlung mit anschließend perfekter Wurzelfüllung ca. 90% der behandelten Zähne zu erhalten.
therapierter Zahn mit Füllung des Wurzelkanals